Mein Name ist Robert Hanschke und Sie kennen mich vielleicht als Robert Hanschke.

Ich werde euer nächster Landrat, aber warum? Ganz einfach, weil alle meine Wähler ihre Stimme am 8. März bei mir abgeben werden. Meine Referenzen sprechen hierbei für mich. Als neuer Landrat bin ich in der Lage, wie kein anderer, die Hauptaufgabenfelder des Postens auszufüllen. Nicht nur körperlich. Die meiste Arbeitszeit verbringt ein Landrat bei Eröffnungszeremonien (Dinge durchschneiden, um sie zu eröffnen, kann ich hervorragend) und irgendwelchen Danksagungen (Blumensträuße entgegennehmen und diese dann meiner Frau schenken, geht immer). Aber mein eigentliches Steckenpferd ist das Schnittchenessen. Als Landrat will das gekonnt sein. Wie würde es denn aussehen, wenn man bei der Benefizgala in Saccassne/Zakaznja (oder sonst wo im Kreis) am Buffet bereits nach der ersten Runde Schlapp macht? Ein Landrat muss Stärke und Selbstsicherheit in jeder Lebenssituation nach außen tragen, und die Königsklasse, das Schnittchenbuffet, beherrsche ich wie kein Zweiter.
Da mein bisheriger Beruf im Bildungswesen eher mit einem hohen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden ist, freue ich mich darauf, einen angemessen vergüteten (fast 10.000€ pro Monat + Spesen) Job zu finden, bei dem man sich nicht gerade kaputtarbeitet. Da Politik immer auch von kleinen und großen Gefälligkeiten lebt, werde ich ein Drittel davon monatlich im Landkreis spenden.
Mein großes persönliches Ziel, von dem hoffentlich meine Enkel noch erzählen werden, ist es, während meiner Amtszeit eine Fähre im Landkreis auf meinen Namen zu taufen. 
Mit mir werden blühende Landschaften vor uns liegen. Das gilt meines Wissens sofort und unverzüglich! I will make Lausitz great again!

Darauf gebe ich mein Ehrenwort, ich wiederhole: MEIN EHRENWORT!

Mein sehr gutes Walprogramm!

Wenden im Weltall – Der Musk fliegt in den Weltraum, der Russe hatte schon eine Station, die nach Frieden benannt war (bis sie sich umentschieden haben), und sogar der Bayer will nach den Sternen greifen. Warum sollte da Brandenburg hinterher hinken? Und was braucht man für unseren Mina-Witkojc-Weltraumhafen? Eine geringe Bevölkerungsdichte (Brandenburg), wenig Gegenwehr bei zwielichtigen Projekten (TESLA) und eine hohe Akzeptanz gegenüber Umweltzerstörung und Grundwasserverlust (Braunkohlerevier). Wo, wenn nicht hier! Durch die Grenznähe und die demnach hohe Erfahrung im Sprengstofferwerb zu Silvester und allen anderen Tagen im Jahr, sollte sich hier auch genügend Expertise finden lassen, um irgendwas ins All zu schießen.

Sprachbiotope schaffen – Der Biber nagt unsere Obstbäume ab und der Wolf ist mittlerweile häufiger vertreten als der Gemeine sorbisch Sprechende im Kreis. Ich will den Schutz und die Pflege der Sprache nicht hinterm Umweltschutz zurückstehen lassen. Es sollen Sorben- und Wendenbiotope geschaffen werden, wo vor allem Muttersprachler strengem Schutz unterliegen und näher erforscht werden sollen. Hierzu werden die wenigen verbliebenden Exemplare mit GPS-Halsbändern ausgestattet, um ständige Bewegungsprofile zu erstellen (meist vom Bäckerwagen zum Friedhof) und ein weiteres Abwandern zu verhindern.

Lange Bildungswege verhindern – Die Abwanderung der Jugend muss Einhalt geboten werden. Unsere langen Bildungswege, von täglich teilweise mehr als 2h ab der 7. Klasse soll weiterhin sicherstellen, dass unsere Kinder zum Arbeiten, auch in unseren Dörfern bleiben und nicht grundlos befähigt werden in irgendwelche Universitätsstädte außerhalb des Kreises abzuwandern. Wie nennen es Early-Career-Experience. Dies wird bis zum Ausbau einer Hochschule für Luft- und Raumfahrt notwendig sein, um das weitere Ausdünnen unseres sorbischen Genpools zu verhindern.

Versorgungssicherheit durch Tagebau Forst-Mitte – Eine Angst um eine Versorgungs- und Energieknappheit ist nicht unbegründet. Um dem entgegenzuwirken, wird ein neues Kohleflöz unter Forst erschlossen und zur sofortigen Förderung freigegeben. Bis zum Bau des ersten sorbischen Fusionsreaktors, bei Marktreife in 30 Jahren, wird so die Versorgungssicherheit und der Erhalt des denkmalgeschützten Kraftwerks Jänschwalde gesichert. Als positiver Nebeneffekt kann so das Stadtbild aufgewertet und der Wohnungsleerstand „abgebaut“ werden.

Patriotenbescheinigung – Das aktuelle Remigrationsprogramm und die Ausweisung von Nicht-Staatsbürgern bringt auch neue Chancen, den eigenen Patriotismus und Heimatliebe unter Beweis zu stellen. Der Landkreis wird ein Pilotprojekt starten und echten heimattreuen Staatsbürgern auf Wunsch eine Patriotenbescheinigung ausstellen. Diese ermächtigt beim Vorzeigen bei Notfällen beispielsweise, dass sie nur von einem echten deutschen Arzt behandelt werden. Außerdem sichert man sich zu, dass man im Pflegefall nur von deutschen Staatsbürgern gepflegt wird und man sich aus deutschen Supermärkten, ganzjährig von saisonal-regionalen Lebensmitteln ernährt. Dies stärkt auch vor allem im Winter den Saure Gurken- und Sauerkrautabsatz aus dem Spreewald ungemein.

Unbezahlte Arbeit fördern und Quereinstieg vereinfachen – Um dem finanziell angeschlagenen Kreis wieder zu blühenden Landschaften zu verhelfen, wird ein Superehrenhaftes-Ehrenamt eingeführt. Berufe wie die Müllabfuhr und die freien Pflegestellen werden durch freiwillige unbezahlte Arbeiter vollumfänglich ausgefüllt und wir werden die Helden der Gesellschaft regelmäßig auf Plakaten an den Straßen loben für ihre Arbeit. Weiterhin wird unter dem Slogan „Willkommen in SPN – bleib gesund“ der Ärztemangel bekämpft werden. Es wird der Transfer von Fachwissen gefördert und so ein unkomplizierter Quereinstieg in Handwerk und Medizin gesichert. Warum sollte ein Klempner nicht auch Proktologe sein können oder umgekehrt?